Wenn Erlebtes das Leben verändert
Eine Psychische Traumatisierung entsteht beim Erleben hoch-bedrohlicher Geschehnisse durch das völlige Missverhältnis zwischen dem, was der Betroffene bisher kennt und den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, dies zu bewältigen. Diese Ereignisse können real oder potenziell existenziell bedrohlich sein. Der Traumatisierte kann direkt betroffen oder auch Zeuge eines solchen Ereignisses sein.
Die Traumatisierung ist gekennzeichnet durch Gefühle völliger Hilf- und Machtlosigkeit, Schutzlosigkeit und führt zu einer dauerhaften Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses des Betroffenen.
Mit Hilfe der Traumatherapie können die infolge der Traumatisierung entstandenen Symptome, die die Alltags- und Beziehungsgestaltung, oft schwer beeinträchtigen, gelindert werden.
Je nachdem, welcher Art das Trauma war, ein einmaliges oder ein wiederholtes, ein frühes oder eines im Erwachsenenalter, unterscheidet sich die Dauer der gesamten Behandlung, sowie der einzelnen Behandlungsphasen:
Beziehungsaufbau zwischen Klient und Therapeut – Es braucht eine wertschätzende und zugewandte Haltung des Therapeuten, um dem Betroffenen zu ermöglichen, sich mit seiner Person und seinen Schwierigkeiten anzuvertrauen und angenommen zu fühlen. Jeder kennt, dass der Aufbau einer tragfähigen Beziehung einen nicht unerheblichen Teil des Behandlungserfolges ausmacht. Im Trauma-Bereich ist der verlässliche, anerkennende, einfühlsame Kontakt besonders wichtig, da der Betroffene vor allem auf der Bindungsebene einen totalen Vertrauensmissbrauch erlebt hat.
Anamnese und Diagnostik – Für jede gelingende Behandlung benötigt es eine gute Kenntnis der Ursache der Beschwerden, Hintergrundinformationen, bisherige Behandlungsansätze und deren Ergebnisse.
Psychoedukation – Dies meint die Erläuterung, warum in dem Moment des Ereignisses das Gehirn was macht, um den gesamten Organismus zu schützen und durch das Geschehen zu bringen. Welche Strategien sind hilfreich gewesen, welche sollten jetzt verändert werden? Das Prinzip des Guten Grundes bildet die Basis der respektvollen und achtsamen gemeinsamen Arbeit.
Stabilisierungstechniken und Ressourcenmobilisation – Hierbei werden positive Erlebnisse und Erfahrungen hervorgehoben, da sie stärkend und motivierend wirken. Der Betroffene lernt, sich mental selbst zu schützen, um überflutende Gedanken und Gefühle begrenzen zu können
Traumasynthese – wenn der Betroffene dann in der Lage dazu ist, kann die Konfrontation mit dem Geschehenen folgen und dadurch die Integration der während der Traumatisierung entstandenen einzelnen Symptome zu einem schlüssigen Gesamtbild, wodurch die bisher oft unvermittelt auftauchenden Empfindungen weniger wirkmächtig und belastend für den Klienten werden.
Phase der Trauer und Neuorientierung – der Betroffene kann sich von den Fragmenten, wie Bildern, Schmerz, Angst, Scham… verabschieden, sie akzeptieren und für sich ein neues Selbst- und Weltbild schaffen.
Telefon
Bianca Reiß-Zimmermann